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Agrarversicherung mit Staatshilfe soll Klimaschäden mildern (29.06.2010)

München - Eine vom Staat mitfinanzierte Agrarversicherung könnte künftig in Deutschland die steigenden Risiken der Bauern durch den Klimawandel absichern. Schon jetzt seien weltweit mehr als 200 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche auf diese Weise abgesichert, teilte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Dienstag auf Grundlage eigener Analysen mit.

Die Absicherung landwirtschaftlicher Betriebe gegen Naturgefahren sei auch wichtig bei der Neuordnung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik nach 2013. Das System einer öffentlich-privaten Partnerschaft könne hier ein Weg sein, unterstrich das Unternehmen. Derzeit gebe es Gespräche über das «SystemAgro» unter anderem in Deutschland, Italien, Frankreich und Polen, aber auch in Indien.

Bild: Pixelio/esther tDie Gefahren durch extreme Wetterereignisse wie Dürre, Überschwemmungen oder Hagel steige mit dem Klimawandel an, sagte Munich-Re-Vorstandsmitglied Thomas Blunck. «Es sind heute schon sehr, sehr extreme Schadensszenarien möglich. Diese Art von Schadensszenarien wird noch exzessiver werden.»

Es gehe deshalb darum, möglichst viel versicherbar zu machen, um die Landwirtschaft für die Ernährung der Weltbevölkerung, die Energiebeschaffung und den Erhalt der Kulturlandschaft zu stärken. «Wir müssen wieder investieren in die Landwirtschaft, um die Versorgung zu sichern», sagte Karl Murr, Leiter des Bereichs Agrarversicherungen bei Munich Re.

Eine öffentlich-private Partnerschaft bei der Absicherung der Bauern gegen Ernteverluste wegen Unwettern und teils auch gegen Preiseinbrüche gebe es bereits in zahlreichen Ländern, berichtete Murr. In den USA liege die versicherte Summe bei 100 Milliarden Dollar. Die Prämie belaufe sich auf neun Milliarden Dollar, die Hälfte davon trage der Staat. Die Prämie sei extrem hoch, da Unwetterschäden in der Landwirtschaft häufiger seien als Schäden in anderen Bereichen, beispielsweise in der Feuerversicherung. Ohne staatliche Mittel sei eine ausreichende Deckung deshalb nicht zu erreichen.


Quelle: dpa



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