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Land- und Forstwirtschaft sollen zu EU-Klimazielen beitragen (12.03.2012)

Bild: Pixelio/BlumenfreundinDie EU will die Land- und Forstwirtschaft langfristig in die EU-Klimaziele und die Reduktion des Treibhausgasausstoßes integrieren. Als ersten Schritt dahin schlug die EU-Kommission am Montag Methoden vor, wie sich der durch den Menschen verursachte Ausstoß, aber auch die Speicherung von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffmonoxid in der Land- und Forstwirtschaft berechnen lässt.

Die Mitgliedstaaten sollen Aktionspläne verabschieden, wie die Treibhausgasemissionen in diesen Sektoren verringert werden können. Es werden aber noch keine nationalen Reduktionsziele festgelegt. Europäisches Parlament und EU-Ministerrat müssen dem Vorschlag, der aus einer Richtlinie, einer Mitteilung und einer Folgenabschätzung besteht, noch zustimmen, bevor er in Kraft treten kann.

Um die Agrar- und Forstwirtschaft in die Erreichung der EU-Klimaziele einzubinden, seien zunächst verlässliche Informationen nötig, wie viel CO2 etwa durch Entwässerung von Torfmooren, das Fällen von Wäldern oder die Umwandlung von Gras- und Ackerland in die Atmosphäre gelange, aber auch wie viel CO2 durch Aufforstung und andere Klimaschutzmaßnahmen gebunden werde, teilte die Kommission weiter mit. Eine Erhöhung dieses "gebundenen" Kohlenstoffs um nur 0,1 Prozent durch etwa eine bessere Bewirtschaftung von Wald oder Grünland würde jährlich den Gegenwert der Emissionen von 100 Millionen Kraftfahrzeugen in die Atmosphäre abbauen.

Auf die Berechnungsvorschriften hätten sich die Länder bereits bei der Klimaschutzkonferenz in Durban Ende vergangenen Jahres geeinigt. "Die EU kommt ihren Verpflichtungen mit diesem Vorschlag nun nach", sagte Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard. Der EU-Vorschlag sei aber ausführlicher als die Durban-Vereinbarung. So müssten die Länder auch die Emissionen und Treibhausgasspeicherung durch landwirtschaftlich genutzte Flächen und Beweidung berechnen und nicht nur jene durch Aufforstung oder Abholzung. Treibhausgasemissionen durch natürliche Ereignisse wie etwa das Absterben von Grasländern durch eine Dürre, auf die der Mensch keinen Einfluss habe, müssten nur zum Teil in die Berechnung eingehen, hieß es weiter.

Bevor CO2-Reduktionsziele für die Land- und Forstwirtschaft vorgeschlagen werden können, müsste die Berechnung der Emissionen jedoch "ein paar Jahre" durchgeführt werden, hieß es weiter. Bis dahin könnten die Mitgliedstaaten CO2-Einsparungen in diesen Sektoren nicht zur Erreichung der nationalen Klimaziele anrechnen.


Quelle: djnewsletters.de / Dow Jones TradeNews Emissions / Claudia Wiese, Brüssel

© Bild: Pixelio/Blumenfreundin



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