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See-Elefanten als Forscher in der Antarktis (22.06.2012)

See-Elefanten im Dienste der Wissenschaft: Mit Sendern ausgestattet schwammen die Kolosse neun Monate lang im eisigen Wasser herum. Die Daten sind für die Klima-Forschung von hohem Wert.

Bild Alfred-Wegener-Institut / J. PloetzBerlin/Washington - Mit Hilfe von See-Elefanten haben Wissenschaftler entdeckt, dass das Eis in Teilen der Antarktis doch langsamer schmelzen könnte als bislang befürchtet. Neun Tiere wurden mit Sendern ausgestattet, wie der Amerikanische Verband der Geophysiker (AGU) in Washington mitteilte. Die schwergewichtigen Helfer sammelten so rund um das Fimbul-Schelfeis im Osten der Antarktis neun Monate lang Daten über Salzgehalt, Temperatur und Tiefe des Wassers. Ergebnis: Das Wasser war zu dieser Zeit kälter und das Eis schmolz weniger schnell als bisher in Modellen angenommen.

Bild Alfred-Wegener-Institut / J. PloetzDas Norwegische Polar-Institut hatte die Daten ursprünglich im Rahmen einer meeresbiologischen Studie gesammelt. «Niemand hatte erwartet, dass die See-Elefanten (...) direkt zum Fimbul-Schelfeis schwimmen und dort den ganzen Winter über bleiben würden», sagte Wissenschaftler Tore Hattermann vom Institut laut Mitteilung. «Aber dieses Verhalten brachte uns eindrucksvolle und einzigartige Daten.»

Ähnliche Informationen etwa mit einem Forschungsschiff zu sammeln wäre den Wissenschaftlern zufolge enorm teuer und wegen des im Winter dicken Eises auch fast unmöglich gewesen. Das Forscher-Team um Hattermann kombinierte sie mit Daten aus mehreren Bohrungen. Die Experten veröffentlichten ihre Ergebnisse am Freitag in den «Geophysical Research Letters».

Fachartikelnummer: DOI:10.1029/2012GL051012


Quelle: dpa

© Bild Alfred-Wegener-Institut / J. Ploetz

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