Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Seite empfehlen

Erheblicher Anstieg des Meeresspiegels in einer Welt mit zwei Grad Erwärmung (24.06.2012)

Meereswellen Bild: pixelio / Barbara SofieRund um die Welt ist mit einem Anstieg der Meere um einige Meter zu rechnen, wenn die globale Erwärmung fortschreitet. Selbst wenn die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt wird, könnte der globale mittlere Meeresspiegel weiter ansteigen und bis 2300 um 1,5 bis 4 Meter höher liegen als heute, wie eine jetzt in Nature Climate Change veröffentlichte Studie zeigt.

Als besten Schätzwert gibt sie 2,7 Meter an. Wenn aber der Ausstoß von Treibhausgasen stärker begrenzt wird, sodass die Erwärmung unter 1,5 Grad Celsius gehalten wird, könnte das laut der Studie den Meeresspiegel deutlich niedriger halten.

Erstmals bietet diese Studie damit eine umfassende Projektion für einen derart langen Zeitraum. Sie stützt sich dabei auf den tatsächlich beobachteten Meeresspiegelanstieg im vergangenen Jahrtausend sowie auf Szenarien für künftige Treibhausgasemissionen.

„Der Anstieg des Meeresspiegels ist ein schwer bezifferbares, aber zugleich wichtiges Risiko des Klimawandels“, sagt der Leitautor der Studie, Michiel Schaeffer von Climate Analytics und der Universität Wageningen. „Weil die Eis- und Wassermassen der Welt sehr langsam auf die globale Erwärmung reagieren, bestimmen unsere Emissionen heute den Meeresspiegel für die künftigen Jahrhunderte.“

Würde die Erderwärmung begrenzt, könnte das den Meeresspiegelanstieg reduzieren
Während die Ergebnisse darauf schließen lassen, dass die Welt selbst bei einem vergleichsweise geringen Maß globaler Erwärmung mit einem deutlichen Meeresspiegelanstieg rechnen muss, verdeutlicht die Studie auch die Wirkung einer Reduktion von Treibhausgasemissionen. Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius und daran anschließende Temperaturreduktionen könnten den Meeresspiegelanstieg im Vergleich zu einem Zwei-Grad-Szenario bis 2300 halbieren. Stiegen die Temperaturen jedoch um drei Grad, so wäre laut der Studie mit einem Meeresspiegelanstieg um zwei bis fünf Meter zu rechnen, mit einem besten Schätzwert von 3,5 Metern.

Die möglichen Folgen sind erheblich. „Für New York City zum Beispiel wurde gezeigt, dass ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter die Häufigkeit schwerer Überflutungen von einmal pro Jahrhundert auf einmal alle drei Jahre steigern könnte“, sagt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Ko-Autor der Studie. Auch niedrig liegende Länder und Regionen mit ausgedehnten Flussdeltas wie in Bangladesh sowie kleine Inselstaaten wären wahrscheinlich erheblich betroffen.

Die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs bestimmt die Zeit für Anpassung
Die Wissenschaftler haben auch die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs berechnet. Je wärmer das Klima wird, desto schneller steigt auch der Meeresspiegel. „Die Menschen an den Küsten haben weniger Zeit sich anzupassen, wenn der Meeresspiegel schneller ansteigt“, sagt Rahmstorf.

„In unseren Projektionen bringt eine konstante Zwei-Grad-Erwärmung eine Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs mit sich, die zweimal höher liegt als heute, und das bis über das Jahr 2300 hinaus“, ergänzt Schaeffer. „Wesentlich stärkere Emissionsreduktionen scheinen jedoch eine starke Verlangsamung oder sogar Stabilisierung des Meeresspiegels über diese lange Zeitspanne zu erreichen.“

Daten aus der Vergangenheit als Basis
Bisherige Projektionen zum Meeresspiegelanstieg über mehrere Jahrhunderte, die vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) aufgegriffen wurden, berücksichtigten nur den Anstieg durch die thermische Ausdehnung des Meerwassers. Diese könnte laut IPCC bis zum Jahr 2300 bis zu einen Meter erreichen. Diese Schätzungen bezogen den vermutlich größeren Anstieg aufgrund schmelzender Eismassen jedoch nicht ein. Die Forschung dazu ist in den letzten paar Jahren deutlich voran gekommen. Die neue Studie verwendet einen so genannten semi-empirischen Ansatz, der auf dem Zusammenhang zwischen beobachteter Temperatur und Meeresspiegel während der vergangenen Jahrhunderte basiert, um daraus Schätzungen für einen Meeresspiegelanstieg in Szenarien künftiger globaler Erwärmung abzuleiten und zu berechnen.

„Natürlich bleibt offen, inwieweit der für die Vergangenheit festgestellte enge Zusammenhang zwischen der globalen Temperatur und dem Meeresspiegelanstieg sich auch in Zukunft fortsetzt“, sagt Rahmstorf. „Trotz der Unsicherheit, die wir im Hinblick auf den künftigen Meeresspiegel weiterhin haben, bietet unser Ansatz für eine Risiko-Analyse zumindest plausible und relevante Schätzungen.“


Artikel: Schaeffer, M., Hare, W., Rahmstorf, S., Vermeer, M. (2012): Long-term sea-level rise implied by 1.5°C and 2°C warming levels. Nature Climate Change [10.1038/NCLIMATE158] (Advance Online Publication)

Mehr unter: http://dx.doi.org/10.1038/NCLIMATE158


Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung,

© Meereswellen Bild: pixelio / Barbara Sofie



Ihr Partner für den CO2-Fußabdruck:

Ihr Partner für den CO2 Fußabdruck: klimAktiv


24.05.2013

27.-28.06.2013 eMobility Summit

Bessere Aussichten für Solarenergie durch trockengekühlte Energieerzeugung

WWF fordert Vorfahrt für die Elektromobilität

IEA: Kosten der Energiewende begrenzen und fair verteilen

Der lange Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft

CO2 - Marktbericht vom 24.05.2013

23.05.2013

Klimawandel schreitet langsam, aber stetig voran

Fraunhofer-Institut entwickelt Solarzelle mit 43,6 Prozent Wirkungsgrad

Umfrage: Unternehmen unterschätzen das Potenzial des Pkw-Labels

Kretschmann lobt Energiewende als ökonomisches Erfolgsmodell

Energieunternehmen fordern Politik zum Handeln auf

Wachstum oder Klimaschutz - EU-Vorstöße in der Energiepolitik

Chinas Solarhersteller werfen EU Protektionismus vor

CO2 - Marktbericht vom 23.05.2013

22.05.2013

Österreichs Grüne kritisieren Novellierung des Klimaschutzgesetzes

01.-02.06 2013: Umweltfestival in Berlin

EU-Parlament will verpflichtenden Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix ab 2030

VCD und DUH werfen Autoherstellern vor bei Klimaanlagen zu tricksen

CO2 - Marktbericht vom 22.05.2013

21.05.2013

Kretschmann ermutigt Japan zur Energiewende

Deutsche Post startet Einsatz von CO2-freien Zustellfahrzeugen

Studie: CCS-Technologie könnte kosteneffektiv werden

BDEW: Europäischer Energiebinnenmarkt darf nicht durch nationale Alleingänge konterkariert werden

Kongo plant größtes Wasserkraftwerk der Welt - Baubeginn 2015

CO2 - Marktbericht vom 21.05.2013

Bericht: Autobranche bittet im Klimaschutz-Streit Kanzlerin um Hilfe

20.05.2013

Studie: Erderwärmung langsamer - langfristig kein neues Gesamtbild