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Neuer Atlas zeigt Bedeutung von Permafrostböden für den Klimawandel (05.05.2010)

EU-Kommissarin Máire Geoghegan-Quinn stellte am 04.05.2010 beim Europäischen Parlament einen Bodenatlas der nördlichsten Regionen der Welt vorgestellet, die mehr als die Hälfte des im Erdboden enthaltenen Kohlenstoffs speichern.

Gegenstand des Atlas sind die Gebiete nördlich des Breitengrades 50°N, die 16 % der gesamten Erdoberfläche ausmachen. Im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stand bisher das Abschmelzen des arktischen Eises als Indikator für den Klimawandel.

Soil atlas northern region image: EUIn den Böden der nördlichen Permafrostregion lagern jedoch 1,7 Billionen Tonnen organischer Kohlenstoff, so dass im Falle des Auftauens dieser Böden beträchtliche Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre gelangen könnten, womit sich die globale Erwärmung noch verstärken würde.

In dem Atlas der nördlichen Polarregion werden erstmals sämtliche verfügbaren Informationen über dieses Kohlenstoffreservoir sowie andere wichtige Daten über die Bodenbeschaffenheit in den nördlichen Erdregionen zusammengestellt. Der Atlas wird somit einen wertvollen wissenschaftlichen Input für die Entwicklung von Klimawandel- und Nachhaltigkeitsmodellen leisten.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Dieser Atlas ist eine einzigartige Informationsquelle für Forscher, Politiker, Lehrkräfte und die breite Öffentlichkeit. Er liefert Informationen über die Beschaffenheit der Böden in den nördlichen Erdregionen und schärft das Bewusstsein für deren weltweite ökologische Bedeutung. Er zeigt auf, wie sich der Klimawandel auf die Permafrostböden auswirken kann und welch wichtige Rolle diese für Weltklima und Kohlenstoffkreisläufe spielen.“

Der im Boden gespeicherte organische Kohlenstoff ist das größte terrestrische Kohlenstoffreservoir und ein zentraler Faktor für künftige Projektionen des Klimawandels. Die Permafrostböden in der nördlichen Polarregion bilden – in Kombination mit ausgedehnten Torfmooren – bedeutende Kohlenstoffsenken.

Diese gewaltigen Kohlenstoffvorräte verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sich die borealen und arktischen Zonen, die sie beherbergen, wahrscheinlich schneller erwärmen werden als der Rest der Erde. Die Situation ist vergleichbar mit dem, was passiert, wenn man den Stecker der Tiefkühltruhe aus der Steckdose zieht: die Temperaturen steigen und organische Materie beginnt sich zu zersetzen, was im Falle des Bodens bedeutet, dass CO2 und Methan freigesetzt werden. Der neue Atlas ist eine umfassende Datenquelle, die Wissenschaftlern und Politikern Aufschluss über etwaige Rückkopplungseffekte auf die globale Erwärmung geben und die Entwicklung politischer Maßnahmen zum Schutz der arktischen Kohlenstoffsenken und damit zum Schutz unseres Klimas untermauern wird.

Der 144-seitige Atlas, Ergebnis eines dreijährigen Verbundprojekts mit Partnern aus den nördlichen EU-Ländern sowie aus Norwegen, Island, Grönland, Kanada, den USA und Russland, gibt einen detaillierten Überblick über die Bodenressourcen in der Polarregion und liefert damit Informationen, die auch für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Flächnutzungsplanung, Infrastruktur, Wohnungsbau und Energietransportnetze von Bedeutung sind. In allgemeinverständlicher Form beschreibt der Atlas Entstehung und Hauptmerkmale der verschiedenen Bodentypen in der Region.

Der Bodenatlas wurde im Rahmen der Eröffnung der GFS-Ausstellung „Science meets policy“ vorgestellt. Bis zum 6. Mai werden führende Wissenschaftler der GFS vor Ort sein, um mit Journalisten und anderen Besuchern zu diskutieren und ihnen zu demonstrieren, wie die Forschungsarbeiten der GFS die EU-Entscheidungsträger unterstützen, angefangen bei der Konzipierung der EU-Politik bis hin zu ihrer Bewertung.

Weitere Informationen über den Bodenatlas der nördlichen Polarregion finden Sie hier (Bild anklicken)


Quelle: Europa.eu

© Soil atlas northern region image: EU



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