Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Klimawandel » Klima-Faktoren
Seite empfehlen

Studie zeigt Klimavariabilität von der Eisenzeit bis heute (14.01.2011)

Ein internationales Team von Archäologen, Geographen, Historikern und Klimatologen hat erstmals den Niederschlag und die Temperatur der letzten 2.500 Jahre in Mitteleuropa anhand der Jahresringe von Bäumen lückenlos rekonstruiert. Sie fanden auffällige Zusammenhänge zwischen starken Klimaschwankungen und gesellschaftlichen Krisen.

 

Die Forscher darunter auch der Gießener Geographie-Professor und Klimatologe Prof. Jürg Luterbacher, untersuchten Jahrringe* von rund 9.000 subfossilen und archäologisch-historischen Hölzern und lebenden Bäumen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich.

Entnahme eines Bohrkerns Bild: AWI/Hannes Grobe CC2.5Die interdisziplinäre Studie unter der Leitung von Ulf Büntgen von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ist gerade in der renommierten Fachzeitschrift Science erschienen. Sie zeigt den möglichen Einfluss vergangener Klimaveränderungen auf historische Entwicklungen. Die Wissenschaftler stellen die Schwankungen des europäischen Sommerklimas von der späten Eisenzeit vor 2.500 Jahren bis ins 21. Jahrhundert auffallenden historischen Ereignissen und Epochen gegenüber.

„Das Klima während der Römerzeit war überwiegend feucht-warm und vergleichsweise stabil“ sagt Ulf Büntgen. Zeitgleich mit dem Zerfall des Weströmischen Reiches wurde es ab 250 n. Chr. deutlich kälter und wechselhafter. Diese Phase starker Klimaschwankungen dauerte über dreihundert Jahre und überlagerte die sozio-ökonomische Katastrophe der Völkerwanderung.

Zunehmende Temperaturen und Niederschläge ab dem siebten Jahrhundert begünstigten wahrscheinlich den kulturellen Aufstieg des Mittelalters. Naheliegend ist auch ein klimatischer Einfluss auf die Verbreitung der Pest nach 1347. Genauso kann eine Kältephase während des Dreißigjährigen Krieges am Anfang des 16. Jahrhunderts die verbreiteten Hungersnöte verstärkt haben.

Die Studie stellt eindrücklich das durch den Menschen (mit)beeinflusste Klima des 20. Jahrhunderts seiner natürlichen Variabilität der letzten 2.500 Jahre gegenüber. Im Kontext der natürlichen Klimadynamik erscheinen die Sommer des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts als außergewöhnlich warm. Frühere Veränderungen der Niederschläge hingegen haben die heutigen Messwerte durchaus übertroffen.

Die Autoren machen aber auch auf die Komplexität der Beziehungen zwischen Klimaschwankungen und historischen Ereignissen aufmerksam und warnen davor, voreilige Schlüsse zu ziehen.

*Die Jahrringforschung (Dendrochronologie) erlaubt eine zuverlässige Einschätzung von Temperatur und Feuchtigkeit pro Jahr. Der Jahrring gibt allerdings nur über die Wachstumszeit, also den Sommer, Aufschluss.

Publikation: Büntgen, U., W. Tegel, K. Nicolussi, M. McCormick, D. Frank, V. Trouet, J.O. Kaplan, F. Herzig, K.-U. Heussner, H. Wanner, J. Luterbacher, and J. Esper. 2011. 2500 Years of European Climate Variability and Human Susceptibility. Science EXPRESS, online at sciencemag.org


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft / zü

© Entnahme eines Bohrkerns Bild: AWI/Hannes Grobe CC2.5



Ihr Partner für den CO2-Fußabdruck:

Ihr Partner für den CO2 Fußabdruck: klimAktiv


17.04.2014

Brazil Kicks Off Carbon Neutral Goal for FIFA World Cup

Österreichischer Umweltminister Rupprechter fordert Mobilitätswende für Europa

Kirchen betreiben in Deutschland bereits rund 2.000 Solaranlagen

Sachsen-Anhalt erlaubt Behörden Kauf von teuren Öko-Autos

Union setzt Ministerin Hendricks beim Klimaschutz unter Druck

CO2 - Marktbericht vom 17.04.2014

16.04.2014

Braunkohleverstromung: Milliardengewinne auf Kosten des Klimas

Intelligente Energie: 20 Elektroautos mit SchwarmStrom starten Flottenversuch in Berlin

Polen wegen Nichteinhaltung der EU-Rechtsvorschriften über fluorierte Treibhausgase verklagt

Das energieeffiziente Büro:Trends zum Stromsparen am Arbeitsplatz

Studie unterstreicht Nutzen von Pumpspeicherwerken für Energiewende

Schweizer Bundesrat will Kyoto-Verpflichtung weiterführen

CO2 - Marktbericht vom 16.04.2014

15.04.2014

UBA-Studie: ''Treibhausgasneutrales Deutschland im Jahr 2050''

Neue Broschüre der EnergieAgentur.NRW: ''Klimaneutrale Veranstaltungen''

Veränderungen in der Landnutzung bewirken Erwärmung der Erdoberfläche

Zweiter Monitoring-Bericht ''Energie der Zukunft''

Geschäftsführerin der EU-Klimapartnerschaft: Privater, öffentlicher und akademischer Sektor können dem Klimawandel gemeinsam die Stirn bieten

Gabriel beklagt mangelnde weltweite Zusammenarbeit beim Klimaschutz

CO2 - Marktbericht vom 15.04.2014

14.04.2014

Auch Chemiker sehen sich in der Pflicht auf den Klimawandel zu reagieren

Schottische Unabhängigkeit beeinträchtigt Energiesektor


Carbon Tracker warnt vor Bedrohung der Finanzmärkte durch CO2-Blase in Bilanzen

Germanwatch und Brot für die Welt zum neuen IPCC-Bericht

Wegziehen oder Aufschütten? Malediven kämpfen gegen den Untergang

Branche für Minderung des Stromverbrauchs von Kaffeemaschinen

CO2 - Marktbericht vom 14.04.2014

13.04.2014

Kostet nicht die Welt: Wissenschaft rechnet Klimaschutz vor

11.04.2014

Aktivisten fordern Subventionsstopp fossiler Energien

Milder Winter schont Geldbeutel der Verbraucher beim Heizen

Energieverbrauch von Heizungspumpen um bis zu 90 Prozent gesunken

Kyoto-Protokoll: Die Schweiz hat ihre Verpflichtungen 2008–2012 erfüllt

Solarstromanlagen werden fit gemacht für noch stabilere Netze

CO2 - Marktbericht vom 11.04.2014