Vor allem Entwicklungsländer wollen diesen Pfad beibehalten, weil er rechtlich bindende Verpflichtungen für die Industrieländer vorschreibt. Die 37 Staaten, die sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls bis 2012 zu konkreten CO2-Reduzierungszielen verpflichtet haben, verursachen knapp 30 Prozent der klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstöße. Das ist für eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad viel zu wenig.
Allein aus China und den USA kommen laut Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) fast 45 Prozent der Emissionen. China trat zwar dem Kyoto-Protokoll von 1997 bei, mit Blick auf den damaligen Status als Entwicklungsland verpflichtete es sich aber nicht zur Minderung von Kohlendioxid (CO2).
Die USA, nach China zweitgrößter Verursacher von CO2, machten bei Kyoto gar nicht mit. Es ist bisher das einzige verbindliche Instrument zur internationalen Begrenzung der CO2-Ausstöße. Da ein Teil der Kyoto-Staaten wie Japan nach 2012 keine neuen rechtsverbindlichen Minderungsziele akzeptieren will, wenn nicht auch die USA mitmachen, könnte die Europäische Union bei einer neuen Verpflichtungsperiode recht alleine dastehen - mit gerade mal noch elf Prozent der globalen Emissionen klimaschädlicher Gase.
Nicht-Kyoto-Staaten wie die USA und Schwellenländer verhandeln parallel auf dem Pfad der Klimarahmenkonvention von 1992 über ihre jedoch unverbindlichen Klimaschutzbeiträge. In der Rahmenkonvention wurde nur vereinbart, den CO2-Ausstoß so zu begrenzen, dass «sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können» und «die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird».
In Durban muss weiter geschaut werden, ob und wie beide Prozesse mittelfristig zu einem globalen Abkommen, einer Art «Kyoto Plus» mit Minderungszielen für die größten Klimasünder zusammenzuführen sind. Hinzu kommt die Ausgestaltung eines ab 2020 geplanten Milliardenfonds für besonders vom Klimawandel betroffene Staaten und mehr Waldschutz.

