«Wir haben (in den Verhandlungen) mehr Flexibilität als jedes andere Land bewiesen, aber am Prinzip der Gleichbehandlung konnten wir nicht rütteln.» Die indische Regierung vertritt seit Jahren den Standpunkt, dass bei internationalen Klimaschutzvorgaben der Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen zu Grunde gelegt werden muss.
Im Vergleich zu den westlichen Industriestaaten liegen Indiens Verschmutzungswerte bei ungefähr einem Zehntel. Allerdings hat das bevölkerungsreiche Indien bekräftigt, dass sein Pro-Kopf-Ausstoß den der Industrienationen nicht übersteigen werde. Zudem sperrt sich Neu Delhi gegen zu starke rechtliche Hemmnisse für den CO2-Ausstoß.
Als Begründung dafür werden wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung genannt. Umweltministerin Natarajan sagte in Durban: »Wir reden hier über Lebensgrundlagen (der Menschen).» Daher könne es nicht angehen, die Verantwortung für das Klimaproblem den Staaten zuzuschieben, die in den vergangenen Jahrzehnten gar nicht zur der massiven Umweltverschmutzung beigetragen hätten.
Ende 2009 hatte Indien sich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2020 den sogenannten Emissionsfaktor um 20 bis 25 Prozent zu senken. Das heißt, die Energieeffizienz der Industrie soll gesteigert werden, um den CO2-Ausstoß zu verringern.

