Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Klima & Wissenschaft
Seite empfehlen

Klimaforscher: Extreme werden weiter zunehmen (06.03.2012)

Potsdam - Der Klimawandel ist nur in begrenztem Maße verantwortlich für die verheerenden Schäden, die Naturkatastrophen im vergangenen Jahr angerichtet haben. Die Erderwärmung verstärkt nach Überzeugung des Potsdamer Forschers Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe jedoch bestimmte Effekte. «Hurrikans werden sich in ihrer Intensität ebenso verstärken wie Dürren oder Überschwemmungen», sagte der Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung (PIK) der Nachrichtenagentur dpa.

Noch nie haben Naturkatastrophen so hohe Sachschäden angerichtet wie 2011. Inwiefern hängen Katastrophen mit dem Klimawandel zusammen?

Gerstengarbe: «Viele der Schäden, die im vergangenen Jahr entstanden sind, wurden durch geologische Ereignisse hervorgerufen wie Erdbeben oder Seebeben mit anschließendem Tsunami, denken Sie an Japan. Aber auch Vulkanausbrüche gehörten dazu. Diese Ereignisse
haben jedoch nichts mit dem Klimawandel zu tun.

Auch Überflutungen, die wir 2011 hatten, sind zunächst nicht auf den Klimawandel, sondern das Wetterereignis La Nina zurückzuführen. Dabei wird im Pazifischen Ozean nicht der Warmwasserzufluss an der Westküste Südamerikas verstärkt, sondern der Kaltwasserzufluss. Dies hat zu Fernwirkungen wie zum Beispiel 2010 dem großen Hochwasser in Pakistan geführt und auch zu der Flut im australischen Queensland zum Jahreswechsel 2010/11. Diese Effekte sind allerdings durch den allgemeinen Anstieg der Ozeantemperaturen in den letzten Jahrzehnten verstärkt worden. Wärmeres Wasser führt zu mehr Verdunstung. Dadurch kommt es zu mehr Niederschlag, der sich in der Regel leider nicht an den Stellen abregnet, wo es nötig wäre, sondern dort wo es ohnehin schon viel gibt.»

Lässt sich die aktuelle Flut in Australien bereits einordnen?

Gerstengarbe: «Da sollte man vorsichtig sein. Ein Einzelereignis, das herausragt aus dem normalen Klimaverlauf, ist nicht geeignet um eine Veränderung nachzuweisen. Wichtig sind die Gesamtzusammenhänge.»

Welche Entwicklung müssen wir für die Zukunft erwarten?

Tornado Bild: pixelio / tirotGerstengarbe: «Die ohnehin schon vorhandenen Effekte werden sich verstärken. Wir beobachten in den vergangenen drei bis vier Jahrzehnten einen Anstieg klimatisch bedingter Extreme. Nehmen wir beispielsweise die Tornado-Saison in den USA, die bereits im Februar dieses Jahres begann. Das ist normalerweise nicht der Fall. Eine ähnliche Situation konnte man bereits 2011 beobachten. Wir erwarten, dass die Extreme insgesamt zunehmen: Hurrikans können sich in ihrer Intensität ebenso verstärken wie Dürren oder Überschwemmungen.»

Welche Regionen sind besonders von Folgen des Klimawandels betroffen?

Gerstengarbe: «Das lässt sich leider nicht genau sagen. Klar ist jedoch: In den Gebieten, in denen wir Probleme haben, werden sich diese noch verstärken. Allerdings hat der Klimawandel auch für Deutschland deutliche und weitreichende Konsequenzen. So werden zum Beispiel die Wintersportgebiete zunehmend unter schwindendem Schnee leiden.»


Gespräch: Marion van der Kraats, dpa

© Tornado Bild: pixelio / tirot



Ihr Partner für den CO2-Fußabdruck:

Ihr Partner für den CO2 Fußabdruck: klimAktiv


16.04.2014

Braunkohleverstromung: Milliardengewinne auf Kosten des Klimas

Intelligente Energie: 20 Elektroautos mit SchwarmStrom starten Flottenversuch in Berlin

Polen wegen Nichteinhaltung der EU-Rechtsvorschriften über fluorierte Treibhausgase verklagt

Das energieeffiziente Büro:Trends zum Stromsparen am Arbeitsplatz

Studie unterstreicht Nutzen von Pumpspeicherwerken für Energiewende

Schweizer Bundesrat will Kyoto-Verpflichtung weiterführen

CO2 - Marktbericht vom 16.04.2014

15.04.2014

UBA-Studie: ''Treibhausgasneutrales Deutschland im Jahr 2050''

Neue Broschüre der EnergieAgentur.NRW: ''Klimaneutrale Veranstaltungen''

Veränderungen in der Landnutzung bewirken Erwärmung der Erdoberfläche

Zweiter Monitoring-Bericht ''Energie der Zukunft''

Geschäftsführerin der EU-Klimapartnerschaft: Privater, öffentlicher und akademischer Sektor können dem Klimawandel gemeinsam die Stirn bieten

Gabriel beklagt mangelnde weltweite Zusammenarbeit beim Klimaschutz

CO2 - Marktbericht vom 15.04.2014

14.04.2014

Auch Chemiker sehen sich in der Pflicht auf den Klimawandel zu reagieren

Schottische Unabhängigkeit beeinträchtigt Energiesektor


Carbon Tracker warnt vor Bedrohung der Finanzmärkte durch CO2-Blase in Bilanzen

Germanwatch und Brot für die Welt zum neuen IPCC-Bericht

Wegziehen oder Aufschütten? Malediven kämpfen gegen den Untergang

Branche für Minderung des Stromverbrauchs von Kaffeemaschinen

CO2 - Marktbericht vom 14.04.2014

13.04.2014

Kostet nicht die Welt: Wissenschaft rechnet Klimaschutz vor

11.04.2014

Aktivisten fordern Subventionsstopp fossiler Energien

Milder Winter schont Geldbeutel der Verbraucher beim Heizen

Energieverbrauch von Heizungspumpen um bis zu 90 Prozent gesunken

Kyoto-Protokoll: Die Schweiz hat ihre Verpflichtungen 2008–2012 erfüllt

Solarstromanlagen werden fit gemacht für noch stabilere Netze

CO2 - Marktbericht vom 11.04.2014

10.04.2014

BEE: EU-Mitgliedsstaaten sollten gegen Brüsseler Leitlinien klagen

''Mehrweg ist Klimaschutz'': Aktion zum umweltfreundlichen Getränkekauf

Forscher: Kamele setzen weniger Methan frei als Kühe

Leichtere Weinflaschen tragen geringeren CO2-Rucksack


Das bedeuten die EU-Energiepläne für Industrie und Verbraucher

CO2 - Marktbericht vom 10.04.2014

Deutschlands fragwürdige Milliarden für Kohlemeiler