Damit hat die vielleicht zukunftsträchigste neue Speichertechnologie Power-to-Gas einen weiteren Schritt in Richtung industrielle Anwendung genommen. Die vom Bundesumweltministerium geförderte Anlage ist mit einer Nennleistung von 250 Kilowatt und einer täglichen Methanproduktion von bis zu 300 Kubikmetern zehn Mal leistungsstärker als die 2009 entstandene ZSW-Versuchsanlage.
Damit wird das Projekt zugleich das größte seiner Art überhaupt sein, teilt das ZSW mit. Zumindest bis zum Jahr 2013 - dann will Audi mit einer 6-Megawatt-Anlage die Praxisanwendung auf industrielle Maßstäbe heben. Dazu soll die neue Versuchsanlage aber zuvor wichtige Erkenntnisse liefern. „Wir müssen heute investieren und die neue Technologie anwenden, damit sie ausgereift und wirtschaftlich ist, sobald relevanter saisonaler Speicherbedarf entsteht“, erklärt Dr. Michael Specht, Leiter des ZSW-Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren.
Beim von ZSW, der Firma SolarFuel und dem Fraunhofer IWES entwickelten Verfahren wird überschüssiger Strom aus Sonnen- und Windenergie durch Elektrolyse und Methanisierung in Methan umgewandelt, den Hauptbestandteil von Erdgas. Im Erdgasnetz lässt es sich dann – völlig verlustfrei – speichern. Das Methan kann aber auch als Prozesswärme in der Industrie genutzt werden oder als Kraftstoff für Brennstoffzellen- sowie Erdgasautos dienen. Bei Bedarf kann es zudem auch wieder verstromt werden.
Als Problem wird der im Vergleich zu anderen Speichertechnologien zu geringe Wirkungsgrad gesehen. In dem Maße, wie hier aber die Entwicklung vorankommt, gehört die Umwandlung von überschüssigen Erneuerbaren Energien in Wasserstoff, aber auch die Weiterverarbeitung zu Methan zu den erfolgversprechendsten Technologien der letzten Jahre.

