Potsdam - Ein strahlend blauer Himmel bedeutet nicht maximale Erträge für eine Solaranlage. Schäfchenwolken hingegen sorgen für überraschende Höchstwerte. Das hat ein internationales Netzwerk von 54 Strahlungsmessstationen herausgefunden.
Durch die eine oder andere Cumuluswolke treffe nicht nur die direkte Sonnenstrahlung auf die Solarmodule, hinzu komme auch das weiße Streulicht der Wolken, erklärt der Leiter des Netzwerk-Archivs, Gert König-Langlo. «Ein Extra, das im Falle von Photovoltaik-Anlagen natürlich mit einkalkuliert und berücksichtigt werden muss».
Was Sonnenstrahlen außerdem können und wie sie den Klimahaushalt der Erde beeinflussen, ist von Mittwoch an Thema eines dreitägigen Workshops in Potsdam. Rund 70 Wissenschaftler und Datennutzer des Netzwerks tauschen Erkenntnisse aus, die sie aus den Messungen gewonnen haben. «Es ist wichtig genau zu messen, sonst wird es Probleme geben, Klimaänderungen nachzuvollziehen», betont König-Langlo.
Die ermittelten Werte des Netzwerks seien innerhalb von 20 Jahren so genau und dicht geworden, dass sich auch die Wirtschaft oder andere Forschungszweige für sie interessieren. «Das sind Trittbrettfahrer, die wir gerne mitnehmen», erzählt König-Langlo. Zu der neuen Kundschaft gehören neben Vertretern der Photovoltaik-Branche auch Betreiber wissenschaftlicher Satelliten und Klimamodellierer. Sie nutzen die Angaben als Vergleichsgröße, um Fehler in den eigenen Daten aufzudecken.

