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NRW: Regionen streben Beschleunigung der Energiewende an (15.07.2011)

„Der Wille zu einer Beschleunigung der Energiewende kommt aus den Regionen in Nordrhein-Westfalen. Wir haben hier das Potenzial, um die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und von der Kernenergie zu erreichen," sagte Nordrhein-Westfalens Klimaschutzminister Johannes Remmel heute (15.07.11) anlässlich des Kongresses „hundertprozentig ERNEUERBAR“.

Rund 250 Akteure aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft debattierten auf dem Campus der Bergischen Universität Wuppertal über die Energieversorgung der Zukunft. Den Kongress „hundertprozentig ERNEUERBAR“ organisierten die Bergische Universität Wuppertal, die Kreishandwerkerschaft, die Bergische Entwicklungsagentur, der Wupperverband, das Wuppertal Institut und die EnergieAgentur.NRW.

Johannes Remmel Bild: Grüne NRW CC2.0Remmel bescheinigte dem Bergischen Land, ein bedeutender Wirtschaftsstandort mit einer langen Tradition bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu sein.  „Die Region hat herausragende Standorte zur Nutzung der Windenergie. Sie hat zudem beachtliches Forschungspotenzial an der Bergischen Universität und anerkannte Institutionen wie das Wuppertal Institut und die EnergieAgentur.NRW. Und sie hat eine Wirtschaftsstruktur, die in ihrer innovativen mittelständischen Orientierung regelrecht dazu einlädt, Pfadfinder für ideenreiche energieeffiziente Lösungen zu sein“, so Remmel.

In sechs Foren diskutierten die Teilnehmer des Kongresses über neue Techniken und Potenziale rund um die erneuerbaren Energien. Dabei spielte auch die Energieeffizienz eine wichtige Rolle. „Dem Ziel, eine hundertprozentige Versorgung aus Erneuerbaren Energien zu erreichen, ist nur mit mehr Energieeffizienz näher zu kommen. Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss zuvor nicht erzeugt werden. Hier gibt es noch ein riesiges Potenzial an Einsparungsmöglichkeiten“, so Dipl.-Ing Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW.

Auch Professor Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut hob die enge Verzahnung der beiden Komponenten hervor: „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind die entscheidenden Kernelemente einer nachhaltigen Energieversorgung, regional genauso wie national und global. Beide sind unabdingbar miteinander verknüpft und erfordern ein ganzheitliches Engagement aller Beteiligten.“ Ein Beispiel für Energieeffizienz zeigte die Bergische Universität: Das Solar-Declathon-Haus ist ein preisgekröntes Plusenergiehaus, das mehr Energie erzeugt, als es selbst verbraucht.

Neben den technischen Aspekten stand ebenso die Beteiligung gesellschaftlicher Akteure im Zentrum des Interesses. Professor Hans J. Lietzmann, Politikwissenschaftler an der Bergischen Universität, sagte: „Eine energietechnische Neuorientierung fordert tatsächlich nicht nur das ingenieurtechnische und ökonomische Innovationspotenzial heraus. Denn mindestens ebenso wichtig ist die breite Akzeptanz durch die Bürger in der Region. Diese kann aber auf die lange bürgerschaftliche Tradition im ,Bergischen’ vertrauen und auf deren Kenntnis und Gestaltung durch die ,Forschungsstelle für Bürgerbeteiligung’ der Bergischen Universität.“


© Johannes Remmel Bild: Grüne NRW CC2.0



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