Die Studie "State and Trends of the Carbon Market 2009" wurde anlässlich der Carbon Expo in Barcelona veröffentlicht. Laut Studie wuchs der CO2-Markt 2008 auf 126 Mrd USD von 63 Mrd USD im Jahr zuvor. Es seien insgesamt 4,8 Mrd CO2-Gleichwerte (CO2e) gehandelt worden, was einem Plus von 61% Der Wert des EU-ETS ist laut Analyse um 87% auf 92 Mrd USD gestiegen. Das zweitgrößte Marktsegment war der Sekundärmarkt für Certified Emissions Reductions (CERs). Hier verfünffachte sich der Wert auf 26,3 Mrd USD. "Der CER-Markt ist exponentiell gewachsen. Mehr als 1 Mrd sCERs wechselten für 26,3 Mrd USD den Besitzer. Der Zuwachs von mehr als 350% bei Volumen und Wert entspricht dem stärksten Anstieg in allen Segmenten des CO2-Marktes", heißt es dazu in der Studie. Im laufenden Jahr könnten nach Ansicht der Weltbank vor allem CERs und ERUs unter Druck geraten. Angesichts sinkender Wirtschaftsproduktion werde die Nachfrage nach den Kyoto-Minderungszertifikaten (KMs) zurückgehen. Den Bedarf der Regierungen an CERs, ERUs und AAUs in den Jahren 2008 bis 2012 beziffert die Weltbank auf 570 Mio CO2-Äquivalente. Die EU-15-Staaten hatten angekündigt, dass sie im Lauf der 2. Handelsperiode insgesamt rund 640 Mio CO2e - das entspricht etwa der Hälfte der benötigten Zertifikate zur Erreichung des Kyoto-Ziels - ankaufen wollten. Vertraglich gesichert seien bereits rund 200 Mio t CO2e. Die Emissionen der Staaten dürften zwischen 2008 und 2012 um durchschnittlich 3,5% sinken. Die neue Prognose des Bedarfs an Minderungszertifikaten wird daher mit rund 450 Mio t CO2e angegeben.
In Japan dürfte der massive Rückgang der Wirtschaftsproduktion im vierten Quartal 2008 einen deutlichen Rückgang der CO2-Emissionen eingeläutet haben. Der Bedarf nach Minderungszertifikaten dürfte um 250 Mio t CO2e auf knapp 500 Mio t CO2e sinken. Die japanische Regierung hat den Ankauf von 100 Mio t CO2e bis auf 5 Mio t CO2e bereits geregelt. Der Bedarf anderer Annex-B-Staaten wird auf 20 Mio t CO2e geschätzt.
Mit einem drastischen Nachfrageeinbruch bei CERs und ERUs ist nach einer Prognose der Weltbank allerdings in der Privatwirtschaft zu rechnen. Wurden 2008 noch 1.775 Mio t CO2e nachgefragt, dürften es 2009 nur 1.065 Mio t CO2e sein. Das entspreche einem Rückgang von 40%. Besonders deutlich haben die Analysten ihre Prognosen für das EU-ETS zurückgeschraubt. Unter Berücksichtigung der Möglichkeit, Zertifikate in die Folgeperiode zu übertragen (Banking), wird die Nachfrage zwischen 400 und 900 Mio t CO2e gesehen. Für Phase II alleine erwarten die Marktbeobachter einen Bedarf zwischen Null und maximal 440 Mio t CO2e.
Für Japan wird mit einem Bedarf von 300 Mio t CO2e gerechnet. Die Privatwirtschaft in Australien und Neuseeland dürfte 15 Mio t CO2e benötigen, heißt es in der Prognose der Weltbank weiter. Konkurrenz erhielten CERs und ERUs auch verstärkt durch AAUs.
Quelle: djnewsletters.de / Dow Jones TradeNews Emissions
Den Originalbericht der Weltbank finden Sie hier
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