Online blieb am Donnerstag dagegen das deutsche Register: "Wir haben uns dagegen entschieden, das System abzuschalten, und versuchen stattdessen den Markt mit ausreichend Informationen zu versorgen, damit Kunden sich vor Angriffen schützen können", hieß es von einem zuständigen Mitarbeiter der DEHSt. Jeder Kontoinhaber sei zudem in der Lage, seinen Account durch dreifach falsche Eingabe des Passwortes sofort zu sperren. In den vergangenen Wochen hatten Behörden anderer europäischer Länder - darunter Portugal, Bulgarien und Dänemark - bereits vor einer wachsenden Gefahr von Phishing-Attacken gewarnt.
Ausgangspunkt der heutigen Attacke waren scheinbar amtliche E-Mails der jeweiligen nationalen Registerbehörden der Länder. So berichtete der CO2-Händler eines großen deutschen Versorgers vom Erhalt einer "sehr fragwürdigen" E-Mail mit der Absenderadresse Register@dehst.de. In den versendeten gefälschten Mails verweisen die Hacker selbst auf zuletzt deutlich gestiegene Sicherheitsrisiken durch Phishing-Attracken und empfehlen Marktteilnehmern ein über drei Installationsschritte verfügbares Sicherheits-Upgrade, das den Schutz der Benutzer-Accounts verbessern soll. Als Anbieter der vermeintlichen Sicherheits-Updates mit Titel "128 Bit Revolvierenden USB Sicherheitsschlüssels" tritt ein in London ansässiges Unternehmen mit der Firma "EU-Trading Protection Ltd" auf.
DEHSt warnt deutsche Konteninhaber vor Weitergabe ihrer Benutzerdaten
Die DEHSt forderte die deutschen Konteninhaber am Nachmittag nochmals auf, die in der Mail genannten Links zu einer Homepage nicht zu besuchen und ihre Register-Benutzerdaten nicht weiterzugeben. "Weder die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt noch die EU-Kommission sind Absender dieser Nachrichten", hieß es in der Nachricht der Emissionshandelsstelle. Um sich vor den Attacken zu schützen, sollten deutsche Kontoinhaber zuallererst das Sicherheitszertifikat der Internetseite des deutschen Emissionshandelsregisters überprüfen. Das sei bereits durch einen einfachen
Doppelklick auf das Schlosssymbol in der Statuszeile des Browsers möglich.
"Es scheint auf jeden Fall ratsam zu sein, alle Cookies and Offline-/Temp-Dateien zu löschen und eine Suche nach Trojanern, Würmern oder anderen Backdoor-Programmen auf dem betroffenen Computer durchzuführen", empfiehlt Michael Kroehnert von Emissionshändler.com jenen Kontoinhabern, die zuletzt gefälschte E-Mails erhalten haben. Über die Herkunft der Attacken herrschte zu Redaktionsschluss noch Unklarheit.
