Ab Montag war die Seite nicht mehr aufrufbar. Von dem bestehenden CO2-Handelssystem hätten bisher Wirtschaftskonzerne mehr als die Umwelt profitiert, hieß es von Decocidio. So sorge der für die Handelssysteme genutzte Cap-and-Trade-Ansatz bisher nicht für signifikante Emissionsreduktionen, sondern trage dazu bei, dass große Emittenten ihre Emissionsminderungsziele auf dem billigstmöglichen Weg erreichten, hieß es auf der Aktivistenwebsite.
In einem während des Hacker-Angriffs eingespielten Video hätten die Aktivisten insbesondere das geplante Emissionshandelssystem in den USA und die hierfür vorgesehene Zuteilungen für die Teilnehmer massiv kritisiert, hieß es von Marktteilnehmern am Montag.
"Mit dem gewählten Zeitpunkt der Attacke am Freitagnachmittag haben die Hacker noch einen vergleichsweise harmlosen Moment für die Attacke gewählt, da hier ein Großteil des Marktes bereits die Bücher geschlossen hatte", sagte Andreas von Saldern, Sachverständiger bei ESolutions GmbH auf Anfrage von Dow Jones TradeNews Energy.
"Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen in Europa über Zuteilungsmengen für europäische Unternehmen in der dritten Handelsphase kommt die Aktion wahrscheinlich nicht zufällig", so Saldern weiter. Nachdem die Hacker-Inhalte am Sonntag zunächst von der Domain der ECX verbannt wurden, berichteten Händler bis Montagmorgen von technischen Anzeigeproblemen und fehlerhaften Funktionen der Website.
Ein Sprecher der ECX räumte ein, dass die Börsen-Seite nach der Attacke erst seit Handelsbeginn am Montag wieder aktiv gewesen sei. Die von den Hackern genutzte Sicherheitslücke sei geschlossen, hieß es weiter. Der Emissionshandel an der Börse sei durch den Zwischenfall nicht beeinträchtigt worden, da die Börse zum Zeitpunkt der Attacke bereits geschlossen hatte, wie es weiter hieß.
