Die drei Verurteilten haben den Staat mit Hilfe eines sogenannten Umsatzsteuerkarussels innerhalb von sechs Monaten um 38 Millionen Pfund (47,2 Millionen Euro) betrogen. Dazu importierten die drei Verurteilten nach Ansicht des Gerichts CO2-Zertifikate umsatzsteuerfrei nach Großbritannien, verkauften die Berechtigungen mit Mehrwertsteuer an drei Scheinunternehmen ("Buffer") in ihrem Besitz weiter und lösten die Importunternehmen dann auf. Sie selbst führten die Umsatzsteuer nicht an die britischen Steuerbehörden ab, sondern teilten sie untereinander auf. Die Zertifikate gingen zuletzt an unbeteiligte Unternehmen, um die Handelskette legal aussehen zu lassen.
Die Transaktionen wurden binnen weniger Minuten über Computersysteme abgewickelt, die gestohlene Umsatzsteuer zur Geldwäsche auf Offshore-Bankkonten in den Vereinten Arabischen Emiraten transferiert. Die Bandenmitglieder verwendeten ihre illegalen Einnahmen für teure Autos und Wohnungen in London, heißt es in einer Mitteilung der britischen Steuerbehörden zu dem Urteil. Der Hauptangeklagte wurde zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt, die Mitangeklagten kommen für elf und neun Jahre hinter Gitter. (DJ/sir)
